Interview mit dem neuen Einrichtungsleiter für das Caroline-Rheineck-Haus
Das Gespräch mit Herrn Maier führte Alexander v. d. Marwitz, Vorstand im Diakonischen Werk Memmingen

Bruno Maier übernimmt das Leitungs-Team im Rheineckhaus von Richard Moser. Von links: Karolina Demler-Nitsch, Bereichsleiterin für die Kurzzeit-, Tages- und Dauerpflege, Konrad Heger, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, Eva-Maria Mair und Monika Arend, Pflegedienstleiterinnen für die Häusliche Krankenpflege, der frühere Einrichtungsleiter Richard Moser, Bernadette Ledermann, Leiterin der Hauswirtschaft und Bruno Maier, seit 15. März Einrichtungsleiter von allen vier Pflegediensten im Rheineck-Haus.

Das Rheineck-Haus in Memmingen entlastet pflegende Angehörige mit allen Pflegediensten aus einer Hand und hilft pflegebedürftigen Menschen, solange wie möglich im vertrauten Zuhause zu bleiben. Auch für Ortsfremde ist das Rheineck-Haus, zwischen Karstadt und Klinikum, leicht zu finden.
Herr v. d. Marwitz: Herr Maier, am 1. Februar 2012 haben Sie bei der Diakonie angefangen, als Einrichtungsleiter für das Rheineck-Haus. Was hat Sie an dieser Stelle gelockt?
Herr Maier: Das breite Spektrum von Häuslicher Pflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Dauerpflege im Rheineck-Haus hat mich spontan angesprochen, deshalb habe ich mich für diese Stelle beworben. Bei einem ersten, kurzen Rundgang habe ich die Atmosphäre des Rheineck-Hauses kennengelernt, danach stand für mich fest, dass ich im Falle einer Zusage die Stelle annehmen werde.
Herr v. d. Marwitz: Sie leiten vier ganz unterschiedliche Pflegeangebote. Wie ist das zu schaffen?
Herr Maier: Das ist tatsächlich eine große Herausforderung, ich werde mit Fragestellungen aus sehr vielen unterschiedlichen Bereichen konfrontiert. Die Tatsache, dass die Pflgedienste des Diakonischen Werkes schon jetzt gut aufgestellt sind, erleichtert mir den Einstieg. Die leitenden Mitarbeiterinnen der verschiedenen Bereiche Frau Mair, Frau Arend, Frau Demler-Nitsch und Frau Ledermann sind echte Profis auf ihrem jeweiligen Fachgebiet und unterstützen mich nach Kräften, gemeinsam ist das Ganze zu schaffen.
Herr v. d. Marwitz: Was bringen Sie für diese Aufgabe mit?
Herr Maier: Über 20 Jahre war ich als Pflegedienstleiter an zwei Kliniken im Allgäu tätig. In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit Themen wie Personalführung, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Veränderungsprozessen beschäftigt. Alle diese Themen sind auch an meiner neuen Arbeitsstelle gefragt, in diesen Bereichen kann ich auf einen großen Erfahrungschatz zurückgreifen. Manches ist auch neu für mich, hier muss ich mich intensiv einarbeiten.
Herr v. d. Marwitz: Worin unterscheidet sich Ihrer Meinung nach das Rheineck-Haus von anderen Pflegeeinrichtungen?
Herr Maier: Mit dem bereits erwähnten vielfältigen Angebot an pflegerischen Leistungen kann das Motto "ambulant vor stationär" konsequent umgesetzt werden. Andere Anbieter versorgen in aller Regel jeweils nur ein Segment. Außerdem bietet das Rheineck-Haus eine besondere und sehr persönliche Atmosphäre. Ansprechende Räumlichkeiten sind wichtig, aber ich glaube das eigentliche Geheimnis unseres bisherigen Erfolges ist der hohe persönliche Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Herr v. d. Marwitz: Haben Sie ein Hobby, das Sie gerne in Ihrer Arbeit einbringen würden?
Herr Maier: In unserer Familie wird viel musiziert. Als wir entdeckten, dass unser behinderter Sohn außerordentlich musikalisch ist, habe ich zusammen mi ihm die Band "Father and Son" gegründet. Unser Repertoire reicht von Pop über Blues bis Rock vorwiegend aus den 80er Jahren, wir sind auch schon mehrmals öffentlich aufgetreten. Diese Musik wird den Gästen und Bewohnern des Rheineck-Hauses vielleicht zu laut sein. Gelegentlich singe ich aber auch Schlager der 40er ud 50er Jahre und spiele dazu auf der Gitarre, das wird unseren Senioren bestimmt gefallen.
Herr v. d. Marwitz: Sie erwähnten Ihren behinderten Sohn - dann sind Sie ja auch pflegender Angehöriger?
Herr Maier: Die Dauerbelastung, die durch die Pflege eines Angehörigen zu Hause entsteht, ist mir aus eigener Betroffenheit bekannt. Eine solche Familiensituation hat für Eltern und Geschwister Konsequenzen in vielen Lebensbereichen. Die Gestaltung sozialer Kontakte ist davon ebenso betroffen wie die Urlaubsplanung oder der Schulbesuch. Wir erleben sehr viel Unterstützung und Ermutigung von verschiedenen Seiten, haben aber auch mit drohender Überlastung, Unverständnis und Ignoranz zu kämpfen. Um so mehr freut es mich, dass die "Gruppe Pflegende Angehörige" unter der Leitung von Frau Richter im Rheineck-Haus untergebracht ist. Dieses Angebot ist eine wichtige Ergänzung unserer pflegerischen Arbeit.
Herr v. d. Marwitz: Was hat Ihnen in den ersten 100 Tagen besonders gut gefallen, wie wollen Sie weiter vorgehen?
Herr Maier: Die vorhandenen Stärken sollen bewahrt und weiterentwickelt werden. Schon in den nächsten Wochen werden wir ein umfangreiches Angebot an Tätigkeiten für Menschen, die sich ehrenamtlich betätigen wollen, erarbeiten. Es gibt viele, verschiedene Fertigkeiten, mit denen Interessierte unsere Arbeit unterstützen können. Dabei denke ich zum Beispiel an betreuende, musikalische oder handwerkliche Unterstützung. Wir würden uns aber auch freuen, wenn zum Beispiel ein Hundebesitzer mit seinem zahmen Hund gelegentlich zu einer "Streichelstunde" bei uns vorbeikommen würde.
Herr v. d. Marwitz: Dann wünsche ich Ihnen dazu, auch im Namen meines Vorstandskollegen Stefan Gutermann, viel Kraft und sichere Ihnen unsere volle Unterstütung zu. Danke für das Interview.



