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"Menschen zur Hilfe, Gott zur Ehre"


Aus den Wurzeln der Gemeindediakonie entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg der Bezirksverband der Inneren Mission im Dekanat Memmingen, das heutige Diakonische Werk. Schwerpunkt war ursprünglich die Versorgung von Kranken, Kindern und Jugendlichen. Im Jahr 1951 gegründeten Memminger Bezirksverband der Inneren Mission wurden die einzelnen diakonischen Aktivitäten gebündelt und ein Rechtsträger für die vorhandenen Einrichtungen geschaffen. Die Gründung dieses Bezirksverbandes erfolgte am 9. April 1951.


In den ersten Jahren waren der Bau und der Unterhalt des Evang.-Luth. Mädchenwohnheims in der Rheineckstraße 45 (jetziger Standort des Caroline-Rheineck-Hauses) und der Neubau eines Gemeinschaftshauses für heimatlose Ausländer (dp - displaced persons), dem auch ein Kindergarten angeschlossen war, der Schwerpunkt der Aktivitäten. Andere Einrichtungen wie der Jugendhort und das Mädcheninternat hatten bereits vor Gründung des Bezirksverbandes bestanden.

Leider finden sich über die Gründung des Verbandes keine aussagekräftigen Quellen mehr. Die angespannte wirtschaftliche Entwicklung führte aber dazu, dass 1956 erstmals eine Geschäftsprüfung durch die Rechnungsprüfungsstelle im Evang.-Luth. Landeskirchenamt durchgeführt wurde. Dem Prüfungsbericht zufolge bestanden zu diesem Zeitpunkt folgende Einrichtungen unter der Trägerschaft des Bezirksverbandes Memmingen:

  1. Ein Mädchenwohnheim mit 60 Plätzen
  2. Ein Mädcheninternat mit 50 Plätzen
  3. Ein Jugendhort mit 70 Plätzen
  4. Ein dp-Gemeinschaftshaus mit Kindergarten

Das Mädchenwohnheim in der Rheineckstraße und das Gemeinschaftshaus in der Dunantstraße (heutiges Gemeindehaus der Christuskirche und Albert-Schweitzer-Kindergarten) wurden in eigenen Räumen betrieben, das Mädcheninternat und der Jugendhort befanden sich in gemieteten Räumen in der Rabenstraße 15 bzw. in der Flach-Villa.

Dem Verband standen in den ersten zehn Jahren der damalige Dekan Kirchenrat Emmert und der Memminger Fabrikant Wilhelm aKyser vor. Die laufende Geschäftsführung oblag dem Leiter der Memminger Gesamtkirchenverwaltung August Schöllhorn, der diese Aufgabe ehrenamtlich ausübte.

Erst im Jahr 1962 beschloss der Ausschuss für die Monate Oktober bis Dezember eine Aushilfe zur Vorbereitung der Bilanz und für Buchungsarbeiten einzustellen. Diese enge Bindung  an das Evang.-Luth. Dekanat Memmingen und die Geschäftsführung des Bezirksverbandes durch den Leiter der Gesamtkirchenverwaltung blieben bis 1984 erhalten, auch wenn es die zunehmenden Verwaltungsaufgaben erforderten, auf hauptamtliche Kräfte zurückzugreifen.

Im Jahr 1979 wurde Johannes Krum 1. Vorsitzender des Diakonischen Werkes Memmingen. Ab 1982 wurde im Vorstand des Diakonischen Werkes über eine Ausweitung der diakonischen Aktivitäten diskutiert. Die zentrale Frage wurde wie folgt formuliert: Soll der Status quo erhalten bleiben, also das Diakonische Werk unter dem Dach der Dekanatsverwaltung belassen werden, oder – wie in fast allen bayerischen Dekanatsbezirken – auf eigenständige Füße gestellt werden?

Da Dekan Johann Michael Düll Großteile der bestehenden Kinderarbeit der Diakonie an die Stadt Memmingen und die Stiftungen übertragen hatte (z.B. 1972 den Jugendhort), war die Diakonie im öffentlichen Bewusstsein kaum noch präsent. Das Diakonische Werk sollte nun nach den Vorstellungen von Dülls Nachfolger, Dekan Hans Braun, wie im Nachbardekanat Kempten, in dem Braun zuvor als Pfarrer tätig war, neue Arbeitsgebiete aufbauen. Er wollte damit die evangelische Position in der Stadt Memmingen und im Landkreis Unterallgäu stärken. Die Landeskirche unterstützte finanziell die Verselbständigung des Diakonischen Werkes Memmingen, weil dadurch die Planstellen in der Dekanatsverwaltung im Rahmen der knapp bemessenen kirchlichen Stellenbeschreibung genutzt werden konnten.

1984 wurde Alexander v. d. Marwitz als Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Memmingen eingestellt. 1985 erfolgte der Einzug in die renovierten Räume im Anbau der Kinderlehrkirche am Martin-Luther-Platz. Die neue  Geschäftsstelle wurde am 25. April 1986 durch den Diakonie-Landespfarrer Dr. Leipziger und Dekan Herrmanns feierlich eingeweiht.

Mit Fertigstellung des Caroline-Rheineck-Hauses im Januar 1991 zog die Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes Memmingen nochmals um. Im Rheineckhaus standen nun ausreichend Räume zur Verfügung, um die immer umfangreicher werdenden Anforderungen an ein Diakonisches Werk bewältigen zu können.

2010 konnte das 20-jährige Jubiläum des Sozialpsychiatrischen Dienstes Memmingen und das 10-jährige Jubiläum der Tagesstätte des Sozialpsychiatrischen Zentrums „An der Kappel" gefeiert werden. Im Oktober 2010 wurde im Beisein von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert das neue Sozialpsychiatrische Zentrum in Mindelheim, die „DiakoNische" in der Hallstattstr. 14 eröffnet.

 

Im Herbst 2017 wurde unsere Tagespflege im Caroline-Rheineck-Haus auf 32 Tagespflegeplätze erweitert.

Entnommen aus:
Materialien zur Memminger Stadtgeschichte
Reihe B: Forschungen
Herausgegeben vom Stadtarchiv Memmingen
unter dem Titel „Menschen zur Hilfe, Gott zur Ehre“
Diakonie und Diakonissen in Memmingen
Christoph Engelhard, Stefan Gutermann, Alexander v. d. Marwitz, Matthias Stroeher

Ihr Kontakt

Diakonisches Werk Memmingen e.V.
Rheineckstraße 45, 87700 Memmingen    Telefon 08331 758 - 0, Telefax 08331 758 - 80
E-Mail info(at)diakonie-memmingen(dot)de    Internet www.diakonie-memmingen.de